02.2020 – Offkino Programm – Bielefeld

14.02. „The Wild Boys“, 21.02. „Nachtblende“, 28.02. „Die Nacht der Lebenden Toten“

Foto: www.offkino.de

FREITAG, 14.02., 20:30 UHR: The Wild Boys F 2017 // 110 Min. / DCP / OmU // Regie: Bertrand Mandico // Mit Vimala Pons, Diane Rouxel, Anaël Snoek, Mathilde Warnier, Pauline Lorillard u.a. Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begehen fünf Jungs aus gutem Hause, die dem Okkulten huldigen, ein scheußliches Verbrechen. Daraufhin werden sie einem alten Kapitän anvertraut, der ihnen auf seinem Kahn mit harter Hand wieder Zucht und Ordnung beibringen soll. Von der Schikane zermürbt und mit den Kräften am Ende proben sie den Aufstand – und stranden auf einer Insel voller bizarrer Gewächse, von der eine mysteriöse Kraft ausgeht.
Nach einiger Zeit beginnt ihr Zauber, sie zu verändern… „Ungewöhnlich ist auch die Machart des Films. Gedreht wurde auf grobkörnigem 16mm-Material, mal in Schwarzweiß, dann wieder in Farbe. Ähnlich wie sein kanadischer Kollege Guy Maddin bedient sich Mandico außerdem bei allerlei Stilmitteln aus dem Fundus der Filmgeschichte. Die Beleuchtung ist oft expressiv wie im Stummfilm, die Kulissen sehen auch wie solche aus und immer wieder kommen auch alte Tricktechniken zum Einsatz […] „The Wild Boys“ offenbart noch in anderer Hinsicht ein besonderes Verhältnis zur Vergangenheit, weil er sich offensichtlich in der Tradition eines queeren Undergroundkinos versteht. Mit seinen homoerotischen Fantasien und der Do-it-Yourself-Ästhetik erinnert er an Pioniere wie Jean Genet, Kenneth Anger und James Bidgood„. Michael Kienzl „Es ist ein Abenteuer. Es ist eine Erleuchtung. Die Filme von Bertrand Mandico sind ein üppiger Tropenwald voll schillernder Farben und Blüten, voll Schatten und Wehmut, voll Gleichmut und erotischer Faulheit. […] Bisher hatte Bertrand Mandico den Kurzfilm zum Labor seiner größten Experimente gemacht: jeder Film hatte die Erhabenheit eines Blitzes, der den Sturm am viel zu ruhigen Himmel des gegenwärtigen Kinos ankündigt. Jetzt regnet es Diamanten“. Pacôme Thiellement
FREITAG, 21.02., 20:30 UHR: Nachtblende  OT: L’important c’est d’aimer // F 1975 // 109 Min. / 35mm / DF // Regie: Andrzej Żuławski // Mit Romy Schneider, Fabio Testi, Jacques Dutronc, Klaus Kinski u.a. „Ich könnte alles für dich tun – nur nicht leben.” Nach „Possession“ bringen wir nun auch Andrzej Żuławskis pessimistische und existentialistische Adaption von Christopher Franks Roman „La Nuit américaine“ zu uns auf die Leinwand. Wie schon im Ersteren geht es auch in „Nachtblende“ um menschliche Beziehungen, die von Verzweiflung und Einsamkeit geprägt sind. Żuławski, dessen vorheriger Film von der polnischen Zensur verboten wurde, emigrierte nach Frankreich, wo er mit einem sensationellen Staraufgebot die „Nachtblende“ drehte. So bekam Romy Schneider für ihre Rolle den César für „beste weibliche Schauspielerin“. Aber worum geht es: Nadine (Romy Schneider), eine unglücklich verheiratete Schauspielerin, hält sich mit „Schmuddelfilmen“ über Wasser. Während der Dreharbeiten lernt sie den Fotografen Servais (Fabio Testi) kennen. Beide verlieben sich ineinander. Servais leiht sich Geld bei der Mafia um Nadine eine Rolle in „Richard III“ zu verschaffen. Doch das Stück wird von der Kritik zerrissen. Eine Talfahrt aus Liebe, Tod, Geld, Macht und Abhängigkeiten setzt sich in Gang. „Żuławskis Film ist intelligentes Kino. Ein Manifest gegen die Oberflächlichkeit, geschaffen für liberale und unvoreingenommene Menschen, die bereit sind, abzutauchen in die Untiefen und Schattenseiten menschlicher Emotionen und Handlungen. Nicht empfehlenswert für das erste Date oder für einen netten Abend mit FreundInnen und Popcorn.“ filmtipps.at „Nachtblende“ ist ein Skandalfilm. Brutal, nackt, obsessiv und intensiv. Ein Filmgenuss der komplizierteren Art.“ mitternachtskino.de
FREITAG, 28.02., 20:30 UHR: Nacht der Lebenden Toten OT: Night of the Living Dead // USA 1968 // 96 Min. / Super8 / OV / s/w // Regie: George A. Romero // Mit Duane Jones, Judith O’Dea, Karl Hardman, Marilyn Eastman u.a.
 Wow. Premiere im Offkino. Wir erweitern unsere analogen Projektionsmöglichkeiten. Und das im satten zehnten Jahr. Wir spielen Romero`s Zombie-Klassiker auf Super 8. Das wird schaurig lustig. Ihr dürft gespannt sein. Ausgelöst durch die Strahlung einer defekten Venussonde erwachen die jüngst Verstorbenen wieder zum Leben und verschrecken die Lebenden durch ihr martialisches Aussehen und die Tatsache, dass sie sich von ihnen ernähren. Auf der Flucht vor den nimmersatten lebenden Toten, verbarrikadieren sich sechs zufällig zusammengetroffene Menschen in einem Farmhaus, in der Hoffnung zu überleben.
„Night of the Living Dead“ ist der erste Film aus Romeros „Living-Dead-Trilogie“ und auch sein ambitioniertester. Nicht nur wegen seiner phantastischen, expressionistischen Schattenspiele, sondern auch weil er 1968 noch Vieles umgehen mußte (und trotzdem gezeigt hat). Auch hebt sich der Film deutlich vom Rest des Genres ab. Romero kreiert eine perfekte Mischung aus Horror und einer fein konstruierten Psychologie seiner Figuren. Auch will erwähnt werden, dass er sich immer gegen eine politische Interpretation des Films verwehrt hat. Doch strotzt er nur vor Abscheu des „american way of life“ und dem von ihm hervorgebrachten Produkt der amerikanischen Kleinfamilie. Dieser in wenigen Wochen abgedrehte Low-Budget-Film gilt zurecht als einer der besten Filme aller Zeiten. Ein Streifen, bei dem nicht nur der/die eingefleischte Horrorfilmliebhaber_in voll auf seine/ihre Kosten kommt. Zu guter Letzt: Die Zombies wurden übrigens von den Bewohner_innen des Dorfes (inklusive Bürgermeister) gespielt, in dem der Film gedreht wurde. EINTRITT: 6€, ERMäßIGT 5€ *UNSERE VORFüHRUNGEN BEGINNEN PÜNKTLICH UM 20:30 UHR. DER EINLASS NACH FILMBEGINN IST NICHT MÖGLICH.