20.05.2018 – Indianerblues im Archäologischen Freilichtmuseum

Wade-Fernande_FlöteOerlinghausen. Er ist ein mehrfach national und international ausgezeichneter Sänger, Songwriter und Gitarrist: Wade Fernandez, ein Menominee aus Wisconsin in den USA. Mühelos bringt er die indianische Tradition mit einer Stilmischung aus Blues, Rock, Folk und Jazz ins Gleichgewicht. Seine Texte sind Protestlieder, die den Völkermord an den Indianern anklagen. Er bringt aber auch gefühlvolle Country-Balladen.
Schnörkellos besingt Wade Fernandez die Situation der US-amerikanischen Ureinwohner in der jüngeren Vergangenheit und der Gegenwart. Gerade in der Präsidentschaft Donald Trumps sind seine Texte aktueller denn je, da die Reservate durch Trump wieder prinzipiell in Frage gestellt werden. Aufgrund des Erfolges im letzten Jahr wird sein Konzert nun im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen wiederholt. Und zwar im passenden Ambiente des frühmittelalterlichen Hallenhauses bei prasselndem Feuer. Es war nicht einfach, Wade Fernandez nach Deutschland zu holen: Auf seiner Europatournee gastiert er nur in München und Oerlinghausen, ansonsten kann man ihn lediglich in England und Schottland hören.
Während seiner zahlreichen Tourneen stand Wade Fernandez schon mit vielen Stars auf der Bühne, wie etwa mit Jackson Browne, Robert Redford, Mitch Walking Elk, den Indigo Girls, Redbone oder Annie Humphrey. Mit seiner Musik will er auf die Situation der Native Americans hinweisen, in den Liedern drücken sich Freude und Schmerz, Begeisterung und Erschrecken, Liebe und Enttäuschung aus. Seine lässigen Gitarrenimprovisationen versetzen dabei das Publikum immer wieder ins Staunen – und wenn dazu die indianische Flöte erklingt, ist der Zauber perfekt. Wade Fernandez wurde 2010 mit dem Community Spirit Award geehrt, weil er sich für die Erhaltung der Sprache der Menominee einsetzt, die nur noch einen halben Dutzend Menschen im Original beherrschen. Fernandez, der in einer Reservation im Norden des Bundesstaates Wisconsin lebt, wurde bereits 2006 mit dem Native American Music Award (NAMA) ausgezeichnet. Im Sommer 2013 ist er beim Indian Summer Festival in Milwaukee in mehreren Kategorien mit Preisen gewürdigt worden, unter anderem als „Best Folksong“ und „Best Popsong“. 2017 erhielt er dort erneut den Preis für das beste Blues-Album.
Das Konzert findet am Pfingstsonntag, den 20. Mai ab 18 Uhr statt. Karten im Vorverkauf zu erwerben, wird nach den Erfahrungen im letzten Jahr empfohlen. Sie sind im Freilichtmuseum oder in der Buchhandlung Blume zu bekommen.
Foto: © Wade Fernandez
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